Es war einmal vor mehr als 100 Jahren...


Eine Art Chronik

... anno 1865. Von der Monatsgesellschaft, und später der Theatergesellschaft wurden damals im «Engel», verschiedene Stücke wie Der gerade Weg ist der Beste, Die Zillertaler und "Das Sonntags-Räuschchen" aufgeführt. 1880 wurde erstmals der dramatische Verein Richterswil gegründet, verschwand aber nach einmaligem Gastspiel wieder von der Bildfläche. Verschiedene Richterswiler Vereine bildeten ab 1891 ein Komitee, zum Bau einer Bühne im «Drei Königen». 1894 konnte Der Zunftmeister von Nürnberg aufgeführt werden. Preise der Plätze: Fr. 2.–, 1.50, 1.–. Finanziell wurde das Stück zu einem Flop und es grenzt an ein Wunder, dass trotzdem am 14. November 1895 der dramatische Verein Richterswil gegründet wurde. Zitat aus den Gründungsschriften: «...Möge er, getreu seiner Zweckbestimmung, die Pflege und Förderung der dramatischen Kunst festhalten, uns und den Unserigen zur Freude, der Gemeinde zur Ehre...» und später stand geschrieben: «Es geziemt sich wohl, der Gründer zu gedenken, die mit so viel Mut und Eifer ans Werk gingen, der Gemeinde einen Verein zu schenken, der in der Folgezeit so vieles bot." In der Anfangszeit wurden mehrheitlich historische Dramen und vaterländische Volksstücke aufgeführt. Während des 1. Weltkrieges fanden praktisch keine Aufführungen mehr statt. Danach, in den Jahren des 2. Weltkrieges wurden mehr unterhaltende und lustige Stücke gespielt. Die Nachkriegsjahre gehörten nicht zur Blütezeit des Vereins. Die Mitgliederzahl schrumpfte bis auf 100 Aktive und Passive zusammen. Protokollausschnitte aus den Jahren 1946/47 zeigten, wie ernst die Lage damals war. Zum Einen wurde die Gemeinde zur finanziellen Unterstützung aufgefordert: Die sollen auch einmal etwas für die Kunst tun. Zum Andern führte der Misserfolg der Venus von Tivoli zu einer Publikumsschelte: "das Publikum erhält, mit Ausnahme der einen Aufführung, die sozusagen die Elite von Richterswil versammelte, eine sehr schlechte Note." Ein paar Unentwegten gelang es dank ihrer Beharrlichkeit und ihrem Glauben an bessere Zeiten den Verein in die Gegenwart zu führen. Einen grossen Anteil hatte daran sicher die Familie Graf in deren Händen die Spielleitung von 1936 bis 1984 lag. Ab den siebziger Jahren (inzwischen in Theatergruppe Richterswil umbenannt) spielten wir mehrheitlich zeitgenössische Komödien und Krimis, aber auch kritische Stücke. Am 100-jährigen Jubiläum (1995) wurde Bertold Brechts Das wirkliche Leben des Jakob Geherda in Form einer Freilichtaufführung gespielt.