(Bild Quelle: Emil Zbinden "Landschaften und Menschenbilder", Holzschnitte zu Jeremias Gotthelf und C. A. Loosli, Limmat Verlag)

Unsere Produktion 2019:

 

D'Sänerei i de Veefröid

von Markus Michel, nach dem Roman von Jeremias Gotthelf

Regie: Jordi Vilardaga

 

Die Geschichte beginnt damit, dass die Bauern in der Gemeindeversammlung beschliessen, statt ein neues Schulhaus zu bauen, wie es der Staat fordert, eine Käsereigenossenschaft zu gründen. Die Käserei soll den Überschuss an Milch verwerten und durch den Verkauf des Käses den Bauern und der Gemeinde grossen Reichtum bringen. Der Käserei misstrauisch gegenüber stehen die Frauen – nicht etwa weil sie konservativer oder weniger weitsichtig sind als die Männer, sondern weil bis anhin die Milch ihre Angelegenheit war und sie sehr wohl wissen, dass ihnen mit der Milch auch das Milchgeld verloren geht. Die Gründung der Käsereigenossenschaft bringt aber ein Problem mit sich: die Bauern, gewohnt, dass jeder für sich und seinen Vorteil schaut, müssen nun lernen, gemeinsamen Besitz zu verwalten – und ihre Milch kontrollieren zu lassen. Natürlich versucht es jeder mit kleinen Betrügereien – ein bisschen Wasser in die Milch, was schadet das schon – und wenn es auch nur ist, um den Betrügereien der anderen zuvorzukommen und am Schluss nicht als der einzige Dumme dazustehen. Die Käserechnung am Schluss des Jahres bringt die Wahrheit an den Tag: zu viel schlechter Käse. Wer betrügt, betrügt sich am Ende selbst.

 

In diese Geschichte der Käsereigenossenschaft ist eine der schönsten Liebesgeschichten eingeflochten: die Liebe von Felix, dem reichen Sohn des Ammanns, und Anneli, der mittellosen Verwandten der Nägelihofbäuerin. Der Bauernsohn ist so unsterblich in das Mädchen verliebt und steigt ihm derart offensichtlich nach, dass er bald zum Dorfgespött wird – die Gerüchteküche brodelt.